Ab Juni reduziert Lufthansa die Anbindung der beiden sächsischen Flughäfen nach Frankfurt (FRA). Sowohl aus Leipzig/Halle (LEJ) als auch aus Dresden (DRS) entfällt täglich je eine Verbindung zum größten deutschen Drehkreuz. Übrig bleiben pro Standort noch drei Rotationen pro Tag.
Für Geschäftsreisende und Vielflieger, die Frankfurt als Umsteigeflughafen für die Langstrecke nutzen, schrumpft damit der Spielraum bei Flugzeiten und Anschlüssen. Besonders Tagesrandverbindungen am frühen Morgen oder späten Abend könnten betroffen sein, ohne dass Lufthansa hierzu bislang konkrete Angaben gemacht hat.
Melde dich für unseren Newsletter an und erhalte die aktuellen Meilen, Punkte und Reisenews per E-Mail.
Lufthansa argumentiert mit bekannten Gründen
Eine Konzernsprecherin bezeichnete die Streichungen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als Teil eines Gesamtpakets, das unwirtschaftliche Flüge aus dem Angebot nehmen soll. Betroffen sind Kurzstreckenrotationen im Europanetz der Lufthansa CityLine.
Als Gründe nennt der Konzern gestiegene Kerosinpreise, die finanziellen Folgen der Arbeitskampfmaßnahmen in diesem Jahr sowie hohe Standortkosten in Deutschland. Betroffene Fluggäste werden laut Lufthansa per E-Mail informiert. Umbuchungen oder veränderte Abflugzeiten sind möglich.
Die Verbindung zwischen der sächsischen Landeshauptstadt Dresden und dem zweiten Lufthansa Hub München (MUC) bleibt unverändert bestehen. Diese Strecke hatte Lufthansa erst im Dezember 2025 nach Verhandlungen mit der Mitteldeutschen Flughafen AG und der sächsischen Landesregierung garantiert.
Sachsen verliert schrittweise an Anbindung
Die Reduzierung trifft beide Flughäfen in einer ohnehin angespannten Lage. In den ersten Monaten 2026 verloren Leipzig/Halle und Dresden laut Sächsischer Zeitung jeweils rund 15 Prozent ihrer Passagiere. Bundesweit liegt das Plus im Vergleich bei rund vier Prozent.
Für Leipzig/Halle (LEJ) ist die Streichung besonders schmerzhaft, denn Lufthansa hatte die Verbindung nach München bereitsim Sommerflugplan 2025 eingestellt. Ende 2025 zog Eurowings nach und nahm die Strecke nach Düsseldorf aus dem Programm. Neben Frankfurt bleibt aus der Messestadt nur noch eine weitere tägliche Lufthansa-Group-Verbindung zu einem internationalen Drehkreuz: Austrian Airlines.
Auch beim Bodenpersonal hatte Lufthansa in diesem Jahr Stellen an beiden Standorten gestrichen.
Politik aus Sachsen warnt
Götz Ahmelmann, Vorstandsvorsitzender der Mitteldeutschen Flughafen AG, hatte bereits im Oktober 2025 vor weiteren Streichungen gewarnt. Damals erklärte er auf LinkedIn, ein Bundesland könne nicht dauerhaft ausgleichen, was der Bund durch Abgaben, Steuern und regulatorische Hürden strukturell verteuere.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte gemeinsam mit Ahmelmann Maßnahmen angekündigt, um die Anbindung Dresdens zu sichern. Für die München-Verbindung war das erfolgreich. Die Frankfurt-Strecke konnte offenbar nicht im gleichen Umfang gesichert werden.
Hintergrund der politischen Sensibilität: Sachsen und Sachsen-Anhalt haben sich darauf verständigt, die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden ab 2030 ohne Landesmittel zu betreiben. Die Kompensationszahlungen sinken von 37 Millionen Euro 2026 schrittweise auf null im Jahr 2030. Jede gestrichene Verbindung erschwert das Sanierungsziel zusätzlich.
Lufthansa Group ab Leipzig und Dresden
Ab Dresden bleibt Lufthansa mit mehreren täglichen Flügen nach München und drei täglichen Flügen nach Frankfurt aktiv. Austrian Airlines bedient Wien, Swiss fliegt mehrmals wöchentlich nach Zürich. Damit behält der Dresdner Flughafen vorerst drei Direktverbindungen zu Drehkreuzen der Lufthansa Group.
Anders die Lage in Leipzig/Halle: Außer den drei verbleibenden Frankfurt-Flügen führt nur Austrian die Verbindung nach Wien fort. Wer aus Mitteldeutschland Anschlüsse nach München, Zürich oder ein anderes Lufthansa-Group-Drehkreuz benötigt, muss umsteigen oder auf die Bahn ausweichen.
Die aktuelle Entwicklung reiht sich in einen größeren Konsolidierungstrend ein. Erst Anfang Mai hatte Lufthansa die komplette Einstellung der Strecke Bremen–Frankfurt zum 1. Juli 2026 bekannt gegeben. Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter hatte bereits im Herbst 2025 eine Liste mit Flughäfen genannt, deren Wirtschaftlichkeit überprüft werde: Bremen, Dresden, Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg und Stuttgart.
Ob Lufthansa nach Juni weitere Frequenzen kürzt, hängt nach Konzernangaben maßgeblich davon ab, ob sich die Standortkosten in Deutschland verändern. Die ab 1. Juli 2026 wirksame Senkung der Luftverkehrsteuer um rund 16 Prozent dürfte zumindest einen Teil des Drucks abfedern.
Titelfoto: Marcel Wladasch / PointsMag (Archivbild)
Bis zu 85.000 Membership Rewards® Punkte Bonus
40.000 Punkte nach 6.000 € Kartenumsatz und
45.000 Punkte nach zusätzlichen 4.000 € Kartenumsatz
- 200 € Mobility-Guthaben