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Die British Airways First Class zählt zu den bekanntesten, aber auch umstrittensten Premium-Produkten im internationalen Vergleich. In Vielfliegerkreisen wird sie oft als „beste Business Class der Welt“ verspottet – ein Seitenhieb, der zeigt, wie hoch die Erwartungen an echte First-Class-Erlebnisse inzwischen sind.

Sie sei den Aufpreis in bar oder Meilen gegenüber der Business Class nicht wert – heißt es häufig. Denn während British Airways in den letzten Jahren ihre Club Suite Business Class modernisiert hat, blieb die First Class weitgehend unverändert. Dennoch verspricht sie ein deutlich gehobenes Reiseerlebnis – mit besserem Service, exklusivem Lounge-Zugang und hochwertigem Catering.

Bei meiner Suche nach einem Prämienflug nach Mexiko-Stadt entdeckte ich ein ungewöhnlich gutes Angebot: Die First Class war 10.000 Avios günstiger als die Business Class. Ich zögerte nicht lange – und entschied mich, auf dieser Langstrecke von Wien über London Heathrow nach Mexiko City die British Airways First Class in der Boeing 787 selbst zu testen.

Review der First class von british Airways an Bord der Boeing 787-9 Dreamliner

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Buchung British Airways First Class

Die Nutzung von Punkten und Meilen für internationale First Class-Flüge kann bei vielen Vielfliegerprogrammen oft eine Herausforderung sein. British Airways ist jedoch weiterhin eine der großzügigsten Fluggesellschaften, wenn es darum geht, Prämienflüge mit Avios zu ermöglichen. Wir buchten diesen Oneway-Flug mit 105.000 Avios zuzüglich 360 Euro an Gebühren, Steuern und Zuschlägen pro Person an einem Tag in der Nebenreisezeit des BA Prämienkalenders.

Du kannst die erforderlichen Avios ganz einfach von deinem Membership Rewards-Konto zu British Airways übertragen. Wenn du noch kein Avios oder Membership Rewards gesammelt hast, kannst du z. B. mit der American Express Gold Card starten. Aktuell gibt es für diese einen 40.000 Punkte Bonus, den du direkt in Avios umwandeln kannst.

Ein großer Pluspunkt: Dank der flexiblen Umbuchungsregeln bei British Airways konnten wir sogar einen kostenlosen Stopover in London einbauen – ideal für ein wenig London-Sightseeing und ein entspanntes Lounge-Erlebnis im Concorde Room vor dem Weiterflug.

Business Class Kurzstrecke nach London 

Zu unserem First Class Flug nach Mexiko City gehörte auch ein Club Europe Business Class-Zubringerflug nach London Heathrow.

Unsere Reise begann am Flughafen Wien-Schwechat, wo wir dank unserer Business- bzw. First-Class-Tickets von Priority Check-in, Fast Track und Zugang zur Vienna Lounge profitierten.

Der Zugang zur Vienna Lounge, die 2024 zur besten Priority Pass Lounge gewählt wurde, ist nicht nur auf Business Class-Passagiere beschränkt: Auch mit bestimmten Kreditkarten wie der American Express Platinum Card oder der Diners Club Vintage ist der Zutritt möglich – unabhängig von der gebuchten Reiseklasse.

Vienna Lounge - Priority Pass Lounge am Flughafen Wien (VIE)

An Bord des Airbus A320 erwarteten uns bequeme Ledersitze mit freiem Mittelsitz sowie ein aufmerksamer Service, der Lust auf mehr machte.

Das Do&Co-Catering, bekannt aus der Premiumklasse vieler Airlines, überzeugte auch auf dieser Strecke: Mein indisches Fischgericht war frisch, aromatisch und geschmacklich hervorragend.

Ein positives Detail gegenüber Lufthansa und Austrian: British Airways serviert Champagner in der Business Class auf Kurzstrecken.

Weiterlesen: Eine ausgezeichnete Verwendung von Avios: Einlösungen von Reward Flight Savern von British Airways

BA First Class Erfahrung am Boden

Nach unserem kurzen Stopover in der britischen Hauptstadt erreichten wir gegen Mittag Terminal 5, den Hauptdreh- und Angelpunkt von British Airways am Flughafen London Heathrow (LHR).

Ein besonderes Highlight der British Airways First Class ist der First Wing in Terminal 5. Dieser abgetrennte Bereich mit eigenem Eingang steht ausschließlich First-Class-Passagieren, BA-Gold- und Oneworld-Emerald-Statusmitgliedern offen.

British Airways First Wing London Heathrow

Das Personal am Eingang wies uns freundlich einem freien Schalter zu, und der Check-in-Prozess verlief schnell und reibungslos. Am Ende wurden wir darüber informiert, dass wir Zutritt zum Concorde Room hatten und wo ihn finden würden.

British Airways First Class Check-in London Heathrow (LHR)

Besonders angenehm: Der Weg führt von dort direkt durch eine separate Sicherheitskontrolle in die BA First Lounge – ein echtes Premium-Erlebnis ganz ohne Warteschlangen.

British Airways First Wing Sicherheitskontrolle

British Airways Mooi Horse Lamp im First Wing London Heathrow

Schließlich betraten wir den legendären Concorde Room, der ausschließlich für First Class-Passagiere und British Airways Gold Guest List-Mitglieder reserviert ist.

Concorde Room: Die exklusivste Lounge von British Airways

Die Concorde Room Lounge gliedert sich in einen Innenbereich mit Kamin, À-la-carte-Restaurant, Bar und Ruheräumen, sowie in eine Indoor-Terrasse, die mit Sesseln und Sofas ausgestattet ist und einen tollen Blick auf das Vorfeld bietet.

Bar im Concorde Room von British Airways London Heathrow

Auch auf der Terrasse gibt es einen Essbereich mit Bedienung und dem gleichen Menü wie im innenliegenden Dining-Bereich sowie ein kleines Buffet – verschiedene Champagner zur Selbstbedienung standen ebenfalls bereit.

Terrasse der Concorde Room Lounge von British Airways am Flughafen London Heathrow

Der Innenbereich der Lounge war gut besucht und für meinen Geschmack etwas zu dunkel.

Da wir etwas essen wollten, entschieden wir uns für einen Platz auf der Terrasse, wo wir prompt an einen Tisch im À-la-carte-Bereich geführt wurden. Zur Begrüßung wurde uns ein Glas Pommery Cuvée Louise 2006 serviert – ein Champagner, der auch häufig bei Lufthansa oder Swiss in First Class angeboten wird.

Essbereich Terrasse der Concorde Room Lounge von British Airways am Flughafen London Heathrow

Es war kurz vor Mittag, und uns wurde sowohl die Frühstücks- als auch die Tageskarte präsentiert. Die Tageskarte umfasste vier Vorspeisen, vier Salate und sechs Hauptgerichte.

Wir bestellten alle vier Vorspeisen zum Teilen, erhielten jedoch nur drei Gerichte. Diese waren allerdings exzellent – insbesondere die Krustentier-Bisque mit Hummer- und Krabben-Tortellini war ein Highlight.

Catering Dining-Room British Airways Concorde Room Lounge London Heathrow

Die Hauptspeisen hingegen konnten uns nicht überzeugen. Ich entschied mich für den berühmten Concorde Beef Burger mit Pommes, während meine Frau die Forelle mit Kartoffeln und Sauce Choron bestellte.

Speisen BA Concorde Room Dining London

Der Burger war in Ordnung, aber die „Chips“ waren leider ungenießbar. Das Fischgericht wurde ohne jeden Hinweis serviert, jedoch befand sich anstelle der Forelle ein Stück Lachs auf dem Teller, das nicht auf der Karte stand und zudem etwas trocken war. Dies entsprach nicht ganz unseren Erwartungen an eine First-Class-Lounge.

BA Concorde Room Burger in der Lounge in London Heathrow
Kevin Cobb/ PointsMag

Mit der Gewissheit, dass uns bald über zwölf Stunden First-Class-Service an Bord bevorstanden, konnten wir die etwas enttäuschende Mahlzeit jedoch gut verkraften.

Direkt neben unserem Tisch stand die echte Nase einer Concorde-Maschine von British Airways mit der Kennung G-BOAF, die von 1979 bis 2003 5.000 Flüge für die Fluggesellschaft absolvierte.

Concorde Nase in der British Airways Concorde Room Lounge London Heathrow

Nach einem abschließenden Cappuccino wechselten wir vom Restaurantbereich zu bequemen Sesseln auf der Terrasse und probierten die Schaumweine vom Buffet. Neben dem Pommery Cuvée Louise standen der Rosé Brut Champagner von Lanson und ein britischer Schaumwein, ein Blanc de Noirs 2018 von Hattingley Valley, zur Auswahl.

Positiv fiel uns das Personal auf, das durchgehend freundlich war und in allen Bereichen der Lounge verfügbar – unsere Wünsche wurden stets umgehend erfüllt.

Concorde Room Terrasse Sofa

Insgesamt war der Concorde Room eine ausgezeichnete (jedoch nicht herausragende) Lounge, und es lohnt sich auf jeden Fall, früh vor dem Flug anzureisen, um sie zu genießen.

Wenig Premium war auch der Weg zum Abflug, denn die Großraumflugzeuge starten von den B- oder C-Gates von Terminal 5, die mit einem langen Tunnel (per Zug oder zu Fuß) mit dem Hauptterminal verbunden sind.

Transfer Terminal 5 London Heathrow zu den Gates B und C

Wir entschieden uns für den Fußweg und erreichten das Terminalgebäude innerhalb von etwa zehn Minuten.

Das Boarding begann pünktlich, und mit einem First-Class-Ticket gehörten wir zur Boarding-Gruppe 1. Allerdings wurde diese Gruppe zusammen mit Gruppe 2 aufgerufen, sodass es keine gesonderte Abfertigung für die First-Class-Passagiere gab.

Nach ein paar Minuten Wartezeit konnten wir schließlich die First-Class-Kabine der Boeing 787-9 von British Airways betreten.

Kabine und Sitz BA First Class Boeing 787

British Airways bietet in ihrer 787-Flotte zahlreiche Kabinenkonfigurationen an. Die 787-9 Dreamliner-Variante, mit der ich nach Mexiko City flog, verfügte über 216 Sitze in vier Serviceklassen. Vorne befand sich die First-Kabine mit nur acht Sitzen, verteilt auf zwei Reihen in einem umgekehrten Fischgrätenmuster (1-2-1). Als gemeinsam reisendes Paar hatten wir mit 2E und 2F zwei Sitze in der Kabinenmitte gewählt, die keilförmig zueinander ausgerichtet sind, was die Kommunikation erleichtert.

British Airways First Class Kabine Boeing 787-9

Zwischen den beiden mittleren Sitzpaaren befindet sich ein großer Sichtschutz, der geschlossen werden kann, wenn einer der Passagiere mehr Privatsphäre wünscht.

Alleinreisende werden dagegen sicher die zum Fenster ausgerichteten Einzelsitze bevorzugen.

British Airways First Class Boeing 787 Einzelsitz am Fenster

Der große, bequeme Sitz und die Ottomanenbank sind mit einem schwarzen Stoff mit Diamantstickmuster überzogen. Die Armlehnen und andere Elemente der „Suite“ sind mit schwarzem Leder bezogen. Die Ablageflächen links vom Sitz, die kleine Lampe und der Tisch sind aus glänzendem, schwarzem Kunststoff gefertigt. Insgesamt dominieren in der Kabine die Farben Schwarz und Weiß, kombiniert mit Akzenten aus Chrom und Dunkelblau, die eine elegante und stilvolle Ästhetik schaffen.

Nachdem ich Platz genommen hatte, erkundete ich die vielen Features der Suite. Neben meiner linken Schulter befand sich ein verschließbarer Spind mit zwei vertikalen Fächern und einem Spiegel an der Innenseite der Tür. Unter diesem Spind war eine weitere Staufläche, die eine Universalsteckdose, einen Kopfhöreranschluss, einen USB-A-Anschluss und die Fernbedienung für das Entertainment-System beherbergte. Die Fernbedienung konnte herausgenommen und bei geschlossener Tür praktisch in eine Halterung eingesteckt werden. Darüber befand sich die Steuerung für den Sitz und die Beleuchtung, die jedoch etwas unübersichtlich gestaltet war. Über dem Bedienfeld war eine dimmbare Stehlampe angebracht.

BA First Class Mitttelkonsole Sitz Boeing 787

Auf der linken Seite der Suite befand sich eine feststehende Ablagefläche, unter der sich per Knopfdruck der Tisch herausfahren ließ. Voll ausgeklappt wirkte der Tisch großzügig, stieß aber während des umfangreichen Service an seine Kapazitätsgrenzen.

Gegenüber von mir befand sich eine Fußablage, die manuell näher herangezogen werden konnte, und darunter Platz für eine Tasche oder meine Schuhe bot. Rechts neben der Ottomanenbank war ein großzügiges, geschlossenes Staufach, dessen gepolsterter Deckel auf gleicher Höhe wie die Ottomane liegt und später in der Bettfunktion eine breitere Liegefläche schafft. Rechts oberhalb der Fußablage befand sich eine in die Wand integrierte Garderobe für Kleidung, ideal für den Moment, in dem man in den bereitgestellten Pyjama schlüpft. Über der Fußablage war das fest installierte, etwa 20 Zoll große Entertainment-System angebracht.

British Airways Boeing 787 First Class IFE Bildschirm

Diese Version der British Airways-Kabine verfügt über keine verschließbaren Türen. In anderen Flugzeugmodellen der Airline sind ähnliche Sitze jedoch auch mit Türen ausgestattet.

Die Fensterplätze sind identisch zu den Mittelsitzen, verfügen jedoch zusätzlich über zwei Fenster, die ein angenehmes Gefühl von Weite vermitteln. Da wir in einem Dreamliner unterwegs waren, konnten die Fenster elektronisch gedimmt werden. In dieser Kabine ließen sich die beiden Fenster jedoch nur synchron steuern, was bedeutet, dass sie nur gleichzeitig verdunkelt oder aufgehellt werden konnten.

British Airways Boeing 787 First Class Steuerung und Kopfhörer

Die Steuerung des Sitzes sowie die eingeschränkten Einstellungsmöglichkeiten der einzelnen Elemente ließen für meinen Geschmack zu wünschen übrig. Das zentrale Bedienelement besteht aus einem großen Drehknopf, umgeben von Drucktasten mit kleinen Piktogrammen, die Sitzpositionen und Lampen symbolisieren. Um eine Funktion zu steuern, muss man zuerst die entsprechende Drucktaste „aktivieren“ und dann über das Drehrad die Funktion anpassen. So lässt sich etwa die kleine Lampe stufenlos dimmen oder aufhellen, und das gleiche Prinzip gilt auch für die Sitzverstellung – der Sitz kann aufrecht oder flach eingestellt werden, und Fuß- bzw. Kopfteil sind ebenfalls anpassbar. Insgesamt bietet dieses System jedoch nur begrenzte individuelle Einstellungsmöglichkeiten und ist weniger flexibel als viele Business-Class-Sitze, die ich bereits erlebt habe.

BA First Class Boeing 787-9 Einstellungen Sitz

Leider funktionierte auch nicht alles reibungslos. Beim Versuch, den Sitz für ein Foto komplett flachzustellen, stoppte die Bewegung nach etwa 20% und ließ sich nicht weiterführen. Ein Crewmitglied konnte das Problem ebenfalls nicht lösen, doch schließlich gelang es der zufällig vorbeikommenden Purserin, den Sitz vollständig in die Bettposition zu bringen.

In der flachen Position sind gezielt platzierte, weiche Polster an den Seiten angebracht, um die Liegefläche zu erweitern. Der Bereich für die Füße ist jedoch seitlich etwas eingeengt, was ich mit meinen 1,87 m Körpergröße durchaus bemerkte. Zudem ist der Bildschirm in der Nähe der Knie positioniert, was die Bewegungsfreiheit weiter einschränkt. Der Liegekomfort ist eines der Hauptverkaufsargumente für die First Class, und dieser Sitz bietet in diesem Bereich weniger Freiraum als viele Sitze der Konkurrenz.

Passend dazu: British Airways präsentiert beeindruckende neue First Class Suiten

Annehmlichkeiten & IFE

Beim Betreten der Kabine warteten bereits zwei unterschiedlich große Kissen, eine dünne Tagesdecke und in einem Hartschalen-Case verpackte Kopfhörer auf uns. Kurz vor dem Abflug wurden dunkelblaue Pyjamas, Slipper und das Amenity Kit von Temperley London verteilt – ein elegantes Set in Samtoptik in je einer Version für Männer und Frauen.

Das Männer-Kit war in braunem Samtstoff gehalten und enthielt eine flauschige Schlafmaske, Socken, Ohrstöpsel, einen Kamm, ein Zahnputzset und einen „First“-gebrandeten Kugelschreiber. Dazu kamen sechs Pflegeprodukte von Elemis, darunter Deo, Lippenbalsam und Augencreme. Das Damen-Kit überzeugte mit floraler Optik und leicht abgewandeltem Inhalt – u. a. mit Kosmetikspiegel statt Kamm.

BA First Class Amenity Kit von Temperley London

Für eine westliche Airline ist dieses Amenity Kit sehr gelungen – stilvoll, durchdacht und mit hochwertigen Marken ausgestattet.

Etwa zur Hälfte der Flugzeit entschloss ich mich, für eine Stunde auszuruhen. Um den Schlafkomfort zu erhöhen, brachte die Crew eine Matratzenauflage an, und eine weiche Daunendecke vervollständigte das Bett. Dieser zusätzliche Komfort machte das Bett deutlich angenehmer und trug zu einem erholsamen Schlaferlebnis bei.

British Airways First Class Boeing 787 Bett

Der Bildschirm des Entertainment-Systems war angenehm groß und durch seine Positionierung über der Fußablage gut sichtbar, was das Seherlebnis verbesserte.

Trotz der Reichweite zum Sitz war der Bildschirm jedoch kein Touchscreen – die einzige Steuerung erfolgte über die Touchscreen-Fernbedienung. Leider erwies sich diese als etwas träge, und die Eingaben reagierten oft verzögert. Das Scrollen durch Listen erforderte Geduld und Fingerspitzengefühl, was deutlich machte, dass das System eine Modernisierung gebrauchen könnte.

Auch die Auswahl ließ zu wünschen übrig: Bei den Serien waren nur Einzelfolgen statt ganzer Staffeln verfügbar, und aktuelle Hollywood-Blockbuster wie „Oppenheimer“ oder „Barbie“ fehlten. Für diesen Flug fand ich genug Unterhaltung, wer dieser Route häufiger fliegt, sollte sich zusätzliche Unterhaltung mitbringen.

Für First-Class-Passagiere ist WLAN kostenlos. Der Zugang, der durch Eingabe der Sitznummer und des Nachnamens freigeschaltet wurde, bietet das „Browse and Stream“-Paket und funktionierte während des gesamten Fluges gut. Das Scrollen durch Social Media und das Versenden von Fotos über Messenger verlief problemlos. Die kostenlose Verbindung ist jedoch auf ein Gerät beschränkt.

Speisen & Getränke

Wie in Premium-Kabinen üblich, startete der Service bereits beim Boarding – für uns mit einem ersten Glas Champagner und einer Schale warmer, gemischter Nüsse. Kurz darauf erhielten wir die Speisekarte, der ich entnehmen konnte, dass der Champagner ein Femme de Champagne Grand Cru Extra Brut aus 2006 von Duval-Leroy war.

British Airways bezieht sein Catering von Do&Co, bekannt für hochwertige Küche, was meine Erwartungen an das Speiseerlebnis deutlich erhöhte. Ein „Dine on Demand“-Service, bei dem Passagiere frei wählen können, wann und was sie essen möchten, wurde allerdings nicht angeboten. Stattdessen war ein Fünf-Gänge-Menü nach dem Start geplant, gefolgt von einem Drei-Gänge-Menü kurz vor der Landung. Zwischen den Mahlzeiten standen einige „Light Bites“ zur Auswahl.

Zum Auftakt wurden dreierlei Canapés serviert. Dazu wählte ich aus der Cocktailkarte einen Highland Sling, einen erfrischenden Mix aus Single Malt Whisky, Ginger Ale und Zitrone, der hervorragend zu den kalten Häppchen passte. In der Zwischenzeit hatte die Crew den Tisch aufwendig gedeckt und mir Wasser sowie eine Auswahl an Gebäck angeboten. Neben Salz- und Pfefferstreuern fanden sich auch Butter, Olivenöl und eine Vinaigrette auf dem Tisch.

British Airways First Class Catering dreierlei Canapés

Als Vorspeise wählte ich den marinierten kanadischen Hummer, der fantastisch schmeckte. Meine Frau entschied sich für die geröstete Artischockensuppe und war ebenfalls sehr angetan.

Für den Hauptgang entschied ich mich aus den vier angebotenen Optionen für das britische Beef-Steak mit Knochenmarkkruste auf Karottenpüree, begleitet von einer Jus. Meine Frau wählte das „Chicken Wellington“ mit Kürbis und Pfeffersauce. Beide Gerichte wurden mit Kartoffelgratin, Broccolini und Karotten serviert.

Vorspeise in der British Airways First Class auf dem Flug London. - Mexiko-Stadt

Steak im Flugzeug ist oft riskant, da es schnell übergart wird; in meinem Fall war das Filet zwar nicht mehr rosa, aber dennoch zart und geschmacklich gelungen.

Da mir keiner der drei angebotenen Weißweine geläufig war, bot die Crew mir eine Verkostung an, die ich gerne annahm, und entschied mich schließlich für einen französischen Chablis aus 2022. Da mein Magen langsam an seine Grenzen kam, entschied ich mich als Nachspeise für einen Früchteteller und Vanilleeis, auf den Käse verzichtete ich komplett

Interessanterweise wurde auf der ersten Seite der Speisekarte das exklusive First-Class-Geschirr und -Besteck hervorgehoben, das in Großbritannien entworfen und hergestellt wird. Die Crew legte großen Wert darauf, dies stilvoll zu präsentieren: Als ich später während des Fluges Chips und Popcorn bestellte, wurden mir die kleinen, verschlossenen Packungen zunächst zur Auswahl gezeigt und dann in Porzellanschälchen serviert. Ein kleines, aber feines Detail, das den First-Class-Komfort unterstreicht.

First Class Getränke bei British Airways: Von edlen Tees bis Premium-Spirituosen

Die Getränkekarte erstreckte sich über vier Seiten und bot eine beeindruckende Auswahl, besonders passend für eine britische Airline: eine große Auswahl an Teesorten. Ein kleiner Wermutstropfen war, dass es keine Cappuccino-Option gab – nur Espresso, Americano und Latte standen als Kaffeeoptionen zur Auswahl. Neben dem erwähnten Duval-Leroy Champagner fanden sich der Lanson Rosé und der Hattingley Valley Blanc de Noirs, wie bereits im Concorde Room. Die Weinkarte bestand aus drei Weißweinen, vier Rotweinen und zwei Dessertweinen. Zusätzlich gab es neun Cocktails, darunter zwei alkoholfreie, drei Biere sowie elf Spirituosen und Liköre.

British Airways First Class Tea Service

Ursprünglich hatte ich vor, den exklusiven Johnnie Walker Blue Label zu probieren – ein luxuriöser Blended Scotch Whisky, der etwa 200 Euro pro Flasche kostet. Die Beschreibung des Singleton Exotic Spice Grove Single Malt Scotch Whisky überzeugte mich jedoch, diesen zu probieren, und ich war mit meiner Wahl sehr zufrieden.

Kurz vor der Landung bestellte ich das BrewDog Speedbird OG Transatlantic IPA, ein exklusiv für British Airways gebrautes Bier. Obwohl ich grundsätzlich ein Fan von India Pale Ale bin, konnte mich dieses IPA nicht überzeugen, und so kehrte ich für die abschließende Mahlzeit lieber zum Champagner zurück. Der Tisch wurde erneut vollständig gedeckt, und ich konnte aus dem Brotkorb wählen. Das Drei-Gänge-Menü bestand für mich aus einem Salat mit Tigergarnelen, einem Sirloin-Steak-Sandwich und einer Crème Caramel. Ich war mit meiner Auswahl sehr zufrieden, da alle Gerichte sehr gut schmeckten und ich den langen Flug angenehm gesättigt zu Ende bringen konnte.

Steak Sandwich BA First Class auf dem Flug London - Mexiko-Stadt

Insgesamt war das Angebot an Speisen und Getränken für mich das Highlight des Fluges. Die Abflugzeit und die Dauer der Reise harmonierten gut mit den festen Servicezeiten, und ich vermisste den Dine-on-Demand-Service nicht. Die Auswahl war zwar nicht übermäßig opulent, aber jedes Element war qualitativ hochwertig und geschmacklich hervorragend. Alles in allem ein gelungenes First-Class-Catering.

Service

Für die sieben Passagiere in der First Class standen zwei Crew-Mitglieder zur Verfügung, die durchweg freundlich und sehr professionell arbeiteten. Kurz vor dem Abflug wurden die First-Class-Gäste einzeln von der Purserin begrüßt, die auch während des Fluges gelegentlich in der Kabine vorbeischaute. Sie unterstützte ihre Kollegin auch als es zu einem kleinen technischen Problem kam, und half, meinen Sitz in ein flaches Bett zu verwandeln.

Was ich allerdings etwas vermisste, war das gewisse „Extra“, das einen exzellenten First-Class-Flug ausmacht.

Motto von British Airways "to fly - to serve"

In der First Class ist es üblich, die Passagiere mit dem Nachnamen anzusprechen, was hier jedoch nur beim Erstkontakt geschah. Persönlich ist mir das nicht wichtig, da ich eine lockerere, etwas familiärere Atmosphäre bevorzuge, aber auch diese Nähe stellte sich im Verlauf des Fluges nicht ein.

Meine Versuche, mit der Crew ins Gespräch zu kommen und ein wenig Smalltalk zu führen, verliefen leider ins Leere. So blieb es bei einem freundlichen, aber distanzierten und wenig persönlichen Service.

Fazit zur British Airways First Class auf der Boeing 787

Ich hatte relativ geringe Erwartungen an meinen British Airways First Class Flug im Dreamliner und glaubte, dass es eher einem Business-Class-Produkt Plus entsprechen würde. Obwohl luxuriös ausgestattet, fehlte es dem Sitz an Privatsphäre; das ließe sich durch den Einbau einer Schiebetür beheben, wie sie Passagiere in den Club-Suiten bereits genießen konnten. Die Ausstattung und Funktionalität des Sitzes sowie das eingeschränkte Maß an individuellen Anpassungsmöglichkeiten lassen an manchen Stellen noch Raum für Verbesserungen. Besonders in der Liegeposition fehlte mir etwas Freiraum, was das Komforterlebnis minderte.

Der Rest des Erlebnisses war jedoch ausgezeichnet und deutlich besser als die Business Class. Der Check-in-Bereich im First Wing bot einen stilvollen Start in die Reise, und die sonnendurchflutete Terrasse des Concorde Room war ein ruhiger Ort zum Entspannen und Genießen samt hochwertigem Champagner.

Das Essen an Bord war erstklassig und gehörte zu den besten Mahlzeiten, die ich in einem Flugzeug gegessen habe.

Der Service war freundlich und kompetent, aber etwas distanziert – mit mehr persönlicher Note hätte British Airways einen bleibenderen Eindruck hinterlassen.

Insgesamt war es ein solider First-Class-Flug mit British Airways mit Stärken im kulinarischen Bereich. Auch wenn es im internationalen Vergleich kein Spitzenprodukt ist, war das Gesamterlebnis die eingelösten Avios definitiv wert, und ich würde ihn jederzeit wieder buchen.

Spätestens mit der Einführung der die neue BA First Class Suite im Jahr 2026 könnte die Airline den Sprung vom soliden Produkt zur echten Spitzenklasse schaffen – ich bin gespannt.

Alle Fotos vom Autor für PointsMag

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